Von Beruf Muse?

Der Faszination von Katzen waren viele historische Persönlichkeiten und Künstler erlegen. Ihre Liebe und Bewunderung spiegelt sich in ihren Werken und überlieferten Zitaten und Anekdoten wider. Katzen gehören schon seit ewigen Zeiten zum häuslichen Leben, und auch wenn früher das Mäuse jagen ihre Hauptaufgabe war, fanden sie viele Bewunderer. Eine Ausnahme bildet das Mittelalter in unseren Breitengraden, viele hielten die Katze für eine Abgesandte des Teufels und oft fanden Katzen in dieser Zeit einen qualvollen Tod. Beendet wurde diese dunkle Zeit von Ludwig XIII., seines Zeichens König von Frankreich von 1610 bis 1643. Er trug dazu bei, die von der Kirche verordneten Katzenverbrennungen zu beenden.

Ein Zeitgenosse und Berater König Ludwigs XIII. war Kardinal Richelieu, ein französischer Aristokrat, Kirchenfürst und Staatsmann der von 1585 bis 1642 lebte. Er war sehr mächtig und verfolgte ehrgeizig seine politischen Ziele, er galt durchaus auch als grausam. Doch in seinen privaten Gemächern lebte er mit vielen Katzen zusammen, seine Beziehung zu ihnen war sehr innig. Den Überlieferungen zu Folge war er sehr kränklich, doch seine Katzen trösteten ihn über seine Leiden und Schlaflosigkeit hinweg, sie sorgten für Kurzweil und Erheiterung. In seinem Testament sorgte Kardinal Richelieu mit einer Pension dafür, dass seine Katzen bis an ihr Lebensende gut versorgt wurden. Das erstaunliche daran ist, dass Machtmenschen normalerweise Katzen verabscheuen, ihnen ist ihr freier Geist zuwider.

Dafür finden sich sehr viele Künstler in der langen Liste der Katzenliebhaber wieder, die sie in ihren Werken gewürdigt haben. Dabei ist es egal, ob es jahrtausend alte Bronzeskulpturen, Bilder aus allen Epochen oder wortgewandte Kurzgeschichten sind. Die Liebe des Künstlers erkennt man in jedem Pinselstrich und jedem Wort. Die Internet-Suchmaschine Google findet in ihrer Bildersuche, wenn man die Begriffe „Katze“ und „Kunst“ eingibt, rund 3,4 Millionen Ergebnisse. Das lädt zum Stöbern ein!

Zitate bekannter Persönlichkeiten

Vor allem von den schriftstellerisch tätigen Künstlern wurden viele Zitate über Katzen überliefert. Die meisten beschreiben sehr treffend das Wesen von Katzen und zeigen wie intensiv die Bindung zwischen dem Menschen und seiner Katze war.

Die Katzen halten keinen für eloquent, der nicht miauen kann.
Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916)

Dieses Zitat der österreichischen Schriftstellerin ist mein persönliches Lieblingszitat. Sie bringt in meinen Augen mit diesen wenigen Worten auf den Punkt, dass man „kätzisch“ lernen muss um eine Katze zu verstehen und von ihr anerkannt zu werden.

Die Katzen sind Katzen, kurz gesagt, und ihre Welt ist die Welt der Katzen, von einem Ende zum anderen.
Rainer Maria Rilke (1875 – 1926)

Mit diesem Zitat des Österreichers könnte man einen Artikel über die artgerechte Haltung von Katzen einleiten.

Das Leben und dazu eine Katze, das ergibt eine unglaubliche Summe, ich schwör’s euch!
Rainer Maria Rilke (1875 – 1926)

Diesen Ausspruch von Rilke finde ich persönlich sehr faszinierend, klingt es doch so, als würde er ein Leben ohne Katzen für ärmer als eines mit Katzen halten.

Die Menschheit läßt sich grob in zwei Gruppen einteilen: in Katzenliebhaber und in vom Leben Benachteiligte.
Francesco Petrarca (1304 – 1374)

Der italienische Dichter Petrarca war wohl der gleichen Ansicht wie Rilke und das schon im Mittelalter.

Die Katze ist das einzige vierbeinige Tier, das dem Menschen eingeredet hat, er müsse es erhalten, es brauche aber dafür nichts zu tun.
Kurt Tucholsky (1890 – 1935)

Kurt Tucholsky lebte in einer dramatischen Zeit in Deutschland in der er sich als Schriftsteller politisch stark engagierte. Doch allem zum Trotz fand er auch die Zeit für viele erheiternde und berührende Texte. Sein Zitat spricht für mich von einer tiefen Bewunderung für das Wesen von Katzen.

[…]Du wärst keine richtige Katze, wenn du kämst. Und so muß ich mich denn vor das Sofa legen, platt auf den Boden, und dir unter die geschweiften Beine des Möbels herunterflüstern, was ich dir zu sagen habe … Hör zu.[…]

[…]»Die Katze ist eine anarchistische Aristokratin, mit gesundem proletarischem élan vital.« Das bist du.[…]
Kurt Tucholsky 1927, Brief an einen Kater, Vossische Zeitung

Dieser „Brief an einen Kater“ beschreibt so herzlich die Gedanken und Gefühle eines Katzenfreundes und die Szene könnte theoretisch genauso gut heute stattfinden. Ich kann die Lektüre des ganzen Briefes nur empfehlen, Sie finden ihn im Internet unter folgendem Link:

Brief an einen Kater von Tucholsky

Nachdem ich mich mit Kurt Tucholsky etwas näher beschäftigt habe, habe ich das Gefühl, dass seine Liebe zu den Katzen in seinem Leben ihm die Kraft für sein wichtiges politisches Engagement spendete.

Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen.
Albert Schweitzer (1875 – 1965)

Der Arzt und Nobelpreisträger Albert Schweitzer beschreibt dieses „Energie tanken“ in seinem Zitat recht eindeutig. Seine Beobachtungen und Erfahrungen in seinem Leben führten auch dazu, dass er selbst Vegetarier wurde und versuchte andere davon zu überzeugen es ihm gleich zu tun.

Sie ist der Hausgeist hier; sie richtet, herrscht, begeistert alle Dinge in ihrem Reich; vielleicht ist sie eine Fee, ist sie ein Gott.
Charles Baudelaire, (1821 – 1867)

Eine treffliche Beschreibung eines Haushaltes mit Katzen! Haben Sie sich und Ihre Katzen wieder erkannt?

Wenn ich dich geruhsam streichle, am Kopf und auf dem schlanken Rücken, so bebt die Hand mir vor Entzücken, auf daß ich dich noch mehr umschmeichle.
Charles Baudelaire, (1821 – 1867)

Auch dieses Gefühl kennt glaub ich jeder Katzenfreund. Wenn wir mit unseren Katzen schmusen beendet meist die Katze die Situation. Wir hören nur auf, wenn andere Verpflichtungen uns davon abhalten weiter schmusen zu können.

Wenn ich mit meiner Katze spiele, bin ich nie ganz sicher, ob nicht ich ihr Zeitvertreib bin.
Michel de Montaigne (1533 – 1592)

Ich glaube das ist inzwischen geklärt, wir sind unserer Katzen Zeitvertreib.

Unter allen Geschöpfen dieser Erde gibt es nur eines, das sich keiner Versklavung unterwerfen lässt. Dieses ist die Katze.
Mark Twain (1835 – 1910)

Aus diesem Zitat von Mark Twain spricht für mich eine grenzenlose Bewunderung und Hochachtung. Katzen sind Freigeister und unterwerfen sich niemandem. Den Überlieferungen nach lebte Mark Twain zeitweise mit 10 Katzen zusammen und gab ihnen so phantasievolle Namen wie Apollinaris, Zoroaster oder Sour Mash.

Wenn sie Dich dessen erachtet, wird eine Katze Dein Freund sein, niemals Dein Sklave.
Théophile Gautier, (1811 – 1872)

Mark Twains Meinung schließt sich auch der französische Erzähler Gautier an. Meiner Meinung nach spricht er außerdem von dem Glück das wir erleben, wenn eine Katze unser Freund ist.

Ich liebe Katzen, weil ich mein Heim liebe und sie nach einer Weile dessen sichtbare Seele werden.
Jean Cocteau (1889-1963)

Der französische Künstler Cocteau war Schriftsteller, Maler und Filmregisseur. Er liebte die Siamesen und lebte mit mehreren zusammen. Einer seiner Kater soll ein Halsband mit der Inschrift „Jean Cocteau gehört mir.“ getragen haben.

Katzen erreichen mühelos, was uns Menschen versagt bleibt: durchs Leben gehen ohne Lärm zu machen.
Ernest Miller Hemingway (1899 – 1961)

Ein Macho und seine Katzen, er teilte mit ihnen Tisch und Bett, sein Leben. Nach seinem Tode wurde sein Haus auf Key West Museum und Katzenstation. Aktuell leben rund 60 Katzen dort.

Mit diesem Zitat von Hemingway beende ich diese kleine Reise in die Herzen bekannter Katzenfreunde. Es gibt noch viele weitere treffende und berührende Zitate großer Persönlichkeiten. Zu den bekannten Katzenfreunden zählen: Albert Einstein, Pablo Picasso, Brigitte Bardot, Rosa Luxemburg, Winston Churchill, Bill Clinton, Erich Kästner, Hermann Hesse, O.W. Fischer (er vererbte sein Vermögen den Katzen), Charles Dickens, Raymond Chandler, Paul Klee, Claudia Cardinale, Heinrich Heine, Peter O’Toole und viele weitere. Wer noch weiter reisen will, der findet im Internet viele Seiten angefüllt mit Liebeserklärungen für Katzen.

Laut Definition ist eine Muse ein Mensch, der einen anderen Menschen mit seinem Charme, seiner Ausstrahlung, seinem Charakter und seiner Zuwendung inspiriert. Meiner Meinung nach können das auch Katzen. Wie oft am Tag lächeln wir, wenn wir sie sehen, sie uns stubsen oder anmaunzen, wenn wir mit ihnen schmusen oder spielen. Wir lächeln sogar wenn wir unterwegs sind, einfach nur weil wir an sie denken und uns aufs nach Hause kommen freuen. Heim ins Katzenreich zu unserer ganz persönlichen Muse.

© Katja Tuszynski 2011 / veröffentlicht in der Zeitschrift Katzen Extra