Was ist artgerechte Haltung? Teil I artgerechte Wohnungshaltung

n den letzten Jahren war in Katzenbüchern und Haustierforen immer öfter von artgerechter Haltung die Rede. Dieses Interesse an der Haltung von Katzen kommt nicht von ungefähr. Während vor Jahrzehnten Katzen – Haustiere generell – neben den Menschen in einem Haushalt lebten, sind sie heute häufig ein zentraler Punkt im Leben ihrer Halter. Im Gegensatz zu früher haben Katzen heutzutage oftmals einen höheren emotionalen Stellenwert für uns Katzenfreunde und wir machen uns viele Gedanken um ihre Zufriedenheit.

Welche Haltungsformen gibt es?

Der Wandel der Zeit hat das Leben von uns Menschen und unseren Tieren sehr verändert. In der heutigen Zeit leben viel mehr Katzen in den Großstädten als früher, wo sie meistens aufgrund der verkehrsreichen Umgebung nur in der Wohnung gehalten werden können. Doch auch auf dem Land ist das Leben der Katzen nicht mehr so gefahrlos wie früher.

Reine Wohnungshaltung: Die Katzen leben ausschließlich in der Wohnung, haben eventuell noch einen kleinen Balkon zur Verfügung.

Gesicherter Freigang: Neben unserem Wohnraum steht den Katzen eine große gesicherte Terrasse oder der katzensichere Garten (komplett oder ein eingezäunter Teil) zur Verfügung.

Ungesicherter Freigang: Die Katzen können sich draußen frei über den Gartenzaun hinweg bewegen.

Was bedeutet artgerechte Haltung von Katzen?

Das Tierschutzgesetz vom 18. Mai 2006 sagt bezüglich der Tierhaltung in § 2:

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

  1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
  2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,
  3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

Es gibt nicht wenige Menschen, die der Meinung sind, dass eine artgerechte Haltung von Katzen mit reiner Wohnungshaltung nicht möglich ist. Das ist in meinen Augen eine zu pauschale Aussage, die außerdem die heutigen Lebensumstände in unserem Land nicht mit berücksichtigt. Der Begriff „artgerechte Haltung“ wurde vor allem von der Landwirtschaft und den zoologischen Gärten geprägt. Das Ziel ist eine sich an den natürlichen Lebensdingungen orientierende Haltung, die außerdem auf die artspezifischen Verhaltensweisen der Tiere Rücksicht nimmt. Es geht also nicht nur um die reinen Haltungsbedingungen, sondern auch um einen artgerechten Umgang. Folgende Punkte spielen bei der artgerechten Haltung von Katzen eine Rolle:

Haltungsform: Welche der oben beschriebenen Haltungsformen für die Katze am Besten ist, kann nur individuell entschieden werden. Dabei muss sowohl die Wohngegend als auch die Katze selbst bei der Entscheidung berücksichtigt werden. Es gibt Katzen, die aufgrund ihrer Herkunft (Vorgeschichte) oder ihrer Rasse nicht in reiner Wohnungshaltung gehalten werden können. Bei der Umgebungsbeurteilung spielen unter anderem die Verkehrsdichte, umgebenden Jagdgebiete oder tierunfreundliche Nachbarn eine Rolle.

Neben diesen Punkten gibt es hinsichtlich des ungesicherten Freigangs noch einen weiteren Faktor: Das sind wir Katzenhalter selbst. Zum einen kommt es öfter vor, dass Katzen für einige Tage oder gar für immer verschwinden, das ist etwas, was der Mensch aushalten muss. Zum anderen ist die Lebenserwartung einer Freigängerkatze im Vergleich zur reinen Wohnungshaltung aufgrund der Vielzahl der damit verbundenen Risiken geringer. Laut einer amerikanischen Statistik liegt die durchschnittliche Lebenserwartung von Katzen im ungesicherten Freigang bei circa 8 Jahren, während Katzen in reiner Wohnungshaltung oder im gesicherten Freigang mit rund 15 Jahren fast doppelt so alt werden.

Gestaltung des Lebensraums: Nachdem die Grundsatzentscheidung über die Haltungsform getroffen wurde, geht es an die Gestaltung des Lebensraums der Katzen. Katzen erleben und nutzen einen Raum dreidimensional und sie bewegen sich gerne auf allen Ebenen. Das bedeutet, dass jedes Regal, jeder Schrank und natürlich jeder Kratzbaum, den sie erklettern und benutzen können, ihren Raum vergrößern. Vor allem bei reiner Wohnungshaltung ist dies ein sehr wichtiger Aspekt, denn alle für die Katze nutzbaren Flächen und Räume erhöhen ihre natürlichen Bewegungsmöglichkeiten. Die auf Verhaltensmedizin spezialisierte Tierärztin Sabine Schroll beschreibt es mit dem Satz: Think cat! Auf diesen Punkt komme ich gleich noch ausführlicher zurück.

Einzel- oder Gruppenhaltung: Die Katze ist der Deutschen liebstes Haustier, in rund 8 Millionen Haushalten haben sie ein Heim gefunden. In fast 69 % der Haushalte mit Katzen lebt nur eine Katze, in rund 24 % leben zwei Katzen und ungefähr 7 % aller Katzenhalter teilen ihr Leben mit drei oder mehr Katzen.

Der Mythos „Katzen sind Einzelgänger“ hält sich leider sehr hartnäckig. Katzen sind keine Einzelgänger, sondern Einzeljäger. Das ist ein sehr großer und wichtiger Unterschied. Verhaltensforscher haben schon länger bewiesen, dass wildlebende Katzen sich oftmals zu kleineren Gruppen zusammenfinden und ein ausgefeiltes Sozialleben haben. Natürlich gibt es Ausnahmen, doch die meisten tatsächlichen Einzelgängerkatzen wurden es aufgrund einer nicht artgerechten Prägung in ihrer Kittenzeit oder weil sie es im Laufe einer jahrelangen Einzelhaltung geworden sind.

Allerdings kann man nicht jede beliebige Katze mit einer anderen vergesellschaften. Alter, Charakter, Temperament und Vorgeschichte spielen eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, welche Katze zu welcher passt. Es gibt auch einige Rassen, die nicht unbedingt miteinander harmonieren.

Persönlich will ich als Mitbewohnerin von vier Katzen noch anmerken, dass es kaum etwas Schöneres gibt, als miteinander tobende oder kuschelnde Katzen zu beobachten und zu erleben.

Katzengerechter Umgang: Neben den Lebensumständen der Katzen spielt unser Verhalten ihnen gegenüber eine sehr wichtige Rolle. Sehr oft vermenschlichen wir gerne die Verhaltensweisen unserer Katzen. Doch damit tun wir ihnen weder einen Gefallen, noch werden wir ihnen gerecht. Katzen sind Katzen und sollen es auch sein dürfen. Denn wenn wir sie katzengerecht behandeln, fühlen sie sich am wohlsten. Es gibt einige gute Bücher, die uns Menschen die Sprache der Katzen beibringen und die unsere eigenen Beobachtungen erweitern.

Katzen untereinander haben eine sehr diplomatische und ausgefeilte Kommunikation, auf die gleiche Weise teilen sie sich auch mit uns Menschen mit. Wenn Katzen verhaltensauffällig (zum Beispiel Unsauberkeit, Fettleibigkeit oder Kahllecken) werden, liegt meist eine misslungene Beziehung (Kommunikation) mit einer anderen Katze oder mit uns Menschen zugrunde.

Ernährung: Katzen sind Fleischfresser, deswegen sollte der größte Teil ihrer Nahrung aus Fleisch bestehen. Wie viel Fleisch in fertiger Katzennahrung enthalten ist, sollte auf einem guten Katzenfutter genau draufstehen. BARFen (Biologisch Artgerechte RohFütterung) ist die artgerechteste Ernährung, sie wurde ursprünglich von Zoologen zur Ernährung der ihnen anvertrauten Tiere entwickelt.

Unsere eigene Nahrung ist für Katzen ziemlich reizvoll und sie können sehr kreativ werden, um einen Bissen ab zu bekommen. Dennoch sollte sie nicht täglich auf dem Speiseplan unserer Katzen stehen.

Katzentypisches Verhalten: Es gibt so einige typische Verhaltensweisen, die den Katzen eigen sind. Diese Verhaltensweisen müssen sie ausleben können, es ist einfach ihre Natur. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist das Kratzmarkieren. Katzen kratzen an ihnen geeignet scheinenden Gegenständen nicht nur um ihre Krallen zu wetzen. Es ist gleichzeitig eine Kommunikationsform und eine Reviermarkierung. Katzen haben an ihren Vorderpfoten kleine Duftdrüsen, mit diesen markieren sie beim Kratzen ihr Revier – dieser eigene Duft im Revier ist für Katzen elementar zum Wohlfühlen – und hinterlassen anderen Katzen damit eine Botschaft.

Wenn wir Menschen diese katzentypischen Verhaltensweisen nicht akzeptieren oder gar versuchen sie ihnen „abzugewöhnen“, handeln wir wider die Katzennatur und Verhaltensauffälligkeiten sind vorprogrammiert.

Eine artgerechte Haltung von Katzen ist immer ein Zusammenspiel aller beschriebenen Punkte. Je nach Haltungsform müssen wir als Mensch auf den einen oder anderen Punkt besonders achten. So ist zum Beispiel bei der reinen Wohnungshaltung der freie Auslauf auf Wiesen und Feldern nicht vorhanden. Doch wir Menschen können ihn mit katzengerechter Wohnraumgestaltung und mehrmals täglich stattfindenden intensiven Spielrunden ausgleichen.

Tipps zur artgerechten Wohnungshaltung

Ein elementarer Punkt bei der artgerechten Wohnungshaltung ist die Gestaltung aller Wohnräume. Gerade bei kleineren Wohnungen ist es wichtig, dass die Katzen freien Zutritt zu allen Räumen haben. Jeder Raum sollte aus Katzenperspektive interessant sein. Wenn man einen genauen Blick auf den Tagesablauf unserer Katzen wirft, erkennt man drei Schwerpunkte, die eine Wohnung für sie interessant machen:

Klettern / Kratzen: Wie oben beschrieben, nehmen unsere Katzen Räume auch in der dritten Dimension wahr. Das bedeutet, dass alle Flächen, die sie erklettern und zusätzlich zum Boden nutzen können, für sie den Raum vergrößern und spannender machen. Das fängt bei den handelsüblichen Kratzbäumen an. Es gibt sie in verschiedenen Größen, Formen, Farben und Qualitäten. Auf folgende Punkte sollte man beim Kauf eines Kratzbaumes achten:

  • Statik – Ein guter Baum hat mindestens drei Säulen, die von der Bodenplatte ausgehen. Denn beim Toben werden diese Bäume ganz schön gefordert.
  • Material – Vollholzsäulen sind langlebiger als Pappsäulen und nicht jeder Stoff lässt sich wirklich gut reinigen.
  • Kletteraufbau – Nicht jeder Kratzbaum ist wirklich für die Ergonomie von Katzen geeignet, Auf- und Abstieg müssen katzengerecht sein.
  • Funktionalität – Manche Kratzbäume sind mehr zum Toben geeignet, andere mehr zum Kuscheln und viele bieten beides.
  • Farbe – Die Farbe ist eher für den Menschen wichtig, schließlich guckt er den Baum ja auch jeden Tag an.
  • Größe – Je höher der Baum ist, desto mehr Möglichkeiten bietet er der Katze und sie kann ihrer Neigung, nach oben zu klettern und sich in luftiger Höhe zu bewegen, nachgehen.

Wenn Sie mit mehreren Katzen zusammenleben, ist es sinnvoll, in jedem Raum einen Kratzbaum aufzustellen. Sollten Ihre Katzen mal einen bestimmten Kratzbaum verschmähen, liegt es meistens nicht am Baum selbst, sondern an dem Ort wo Sie ihn aufgestellt haben. Nicht jede Ecke ist aus Katzensicht dafür geeignet.

Neben den fertigen Kratzbäumen kann man mit wenig Aufwand weitere Klettermöglichkeiten schaffen. Mit Kokosteppich beklebte Schrankwände oder Zimmerwände sind der Grundstock für eine tolle Kletterwand. In für Katzen geeigneten Abständen sollten außderm mit Teppichresten (dort finden Krallen besser Halt) beklebte Regalbretter als Etappen und Abstiegshilfen angebracht werden.

Sehr beliebt sind so genannte „Catwalks“, das sind an den Zimmerwänden umlaufende Regalbretter (mit Teppich beklebt für die Krallen!), die zum Beispiel von Schrank zu Schrank führen oder gar von Zimmer zu Zimmer. Ein dickes Schiffstau kann von der Decke bis zum Boden reichend das Kletterangebot erweitern. Wichtig ist bei allen Arten von Klettermöglichkeiten, dass sie katzensicher befestigt sind, denn unsere Katzen erzeugen beim Toben erhebliche Schwingkräfte.

Schlafen: Katzen verbringen im Durchschnitt rund 16 Stunden am Tag mit Dösen, Schlummern und tief schlafen. Dabei wechseln sie mehrmals am Tag ihren Liegeplatz und im Sommer werden andere Plätze bevorzugt als im Winter (Heizungsnähe). Katzenbettchen, Decken und Kissen sollten in der ganzen Wohnung verteilt sein, Ihre Katze wird Ihnen schon die Plätze zeigen, die sie zum Schlummern bevorzugt. Einige dieser Bettchen sollten in Ihrer Nähe sein, wie zum Beispiel auf Ihrem Schreibtisch, andere sollten der Katze die Möglichkeit geben, sich an einen ruhigen Ort zurückziehen zu können. Auch wenn unsere Katzen oftmals sehr anspruchslos bei der Wahl ihres Liegeplatzes erscheinen, mehrere aus ihrer Sicht gute Plätzchen sind ihr sehr wichtig.

Spielen / Toben: Das ist ein sehr wichtiger Punkt für Katzen in reiner Wohnungshaltung. Hier sind Sie besonders gefordert, denn es liegt an Ihnen, für ein vergleichbares Maß an Abwechslung und Bewegung zu sorgen, wie es Ihre Katze hätte, wenn sie rausgehen könnte. Katzen spielen mit den gleichen Verhaltensweisen, mit denen sie draußen auf die Jagd gehen würden. Ihre Aufgabe ist es, Ihre Katze mehrmals am Tag – wie in einem Cluburlaub – zu animieren. Hilfreich sind dabei tägliche Rituale, das kann zum Beispiel eine kleine Decke sein, die Sie immer wenn Spielzeit ist, hervorholen und ins Spiel einbauen. Solche Rituale bieten sich vor allem auch bei Katzen an, die aufgrund ihrer Vorgeschichte das Spielen und Toben „verlernt“ haben. Denn eine zufriedene und gesunde Katze spielt bis ins hohe Alter, zwar nicht mehr so ausgelassen wie ein ungestümes Kitten, doch der Spiel(Jagd)trieb bleibt im Prinzip ein Leben lang erhalten.

Neben Spielangeln und Wedeln sind auch „Katzenmöbel“ sehr interessant. Rascheltunnel, kleine Kratzbäume oder -tonnen, Kartons in allen Größen (mit oder ohne von Ihnen rein geschnittene Löcher) und Höhlen, zum Beispiel aus einem mit einem Laken behängtem Stuhl, können von Ihnen alle paar Tage umdekoriert werden. Grundsätzlich wollen Katzen zwar jeden Tag ihren geregelten Tagesablauf und keine allzu großen Veränderungen in ihrem Leben, aber ein gewisses Maß an Überraschung wird dennoch begrüßt. Wenn Sie mit diesen beweglichen „Katzenmöbeln“ immer wieder neu zu entdeckende Parcours oder zu überspringende Hindernisse auf Türschwellen aufbauen, bringen Sie einiges an Spannung in den Tag. Vor allem wenn mehrere Katzen zusammenleben, animiert sie diese Umdekoration oft zu einem zünftigen Fangspiel.

Sinn und Zweck dieser täglichen Katzenanimation ist, Ihre Katzen auszupowern und sie viel rennen, springen und toben zu lassen. „Meine Katze hat gerade ihre 5 Minuten“ ist ein geflügeltes Wort mit dem viele eine kurze wilde Toberei einer ihrer Katzen beschreiben. Wenn Ihre Katzen aufgrund Ihrer Animation 2 – 3 mal am Tag ne gute Stunde lang ihre „5 Minuten“ haben, ist Ihr Ziel erreicht. Bei einer Einzelkatze müssen Sie als Mensch den Part einer anderen Katze übernehmen. Wenn Sie mit mehreren Katzen zusammen leben, dann toben diese auch viel miteinander.

Falls Ihnen die handelsüblichen und meist bedruckten Pappkartons optisch nicht so zusagen, gibt es bei der Firma Arteco Abhilfe, hier finden Sie verschiedene formschöne Modelle speziell für Katzen:

www.arteco-4pfoten.de/

Einige weitere von vielen Katzenfreunden erprobte Tipps sind:

Katzenerker: Wenn der Vermieter es erlaubt, kann ein normales Fenster mit etwas handwerklichem Geschick nach außen erweitert werden. Dazu wird aus Holz oder Metall und einem Katzennetz eine Art Käfig von außen am Fensterrahmen oder der Hauswand angebracht. Mittels dieser Konstruktion schaffen Sie einen Austritt oder eben einen Katzenerker bei einem ganz geöffneten Fenster und Ihre Katze kann sich nach Herzenslust den Wind um die Nase wehen lassen und „spazierengucken“.

Wasserstelle: Freilebende Katzen haben feste Wasserstellen in ihrem Revier, zu denen sie bewusst zum Trinken hinlaufen. Deswegen sollte auch in der Wohnung die Wasserstelle/n nicht neben dem Futterplatz sein. Für viele Katzen ist sich bewegendes Wasser aus einem Trinkbrunnen interessanter als ein simpler Wassernapf. Eine Alternative zum Brunnen ist ein großes gläsernes Gefäß (zum Beispiel ein Goldfischglas), welches mit Aquariumskies, einigen Wasserpflanzen und Wasserlinsen oder Schwimmfarnen bestückt wird. Es sollte an einem sicheren und für die Katze gut erreichbaren Ort stehen.

Katzenwiese: Eine kleine Katzenwiese ist natürlich nicht mit einer großen echten Wiese zu vergleichen, dennoch ist sie ein weiterer toller und beliebter Platz für Wohnungskatzen. Nehmen Sie dazu eine geeignete große Schale (zum Beispiel den unteren Teil eines großen Katzenklos oder einen kleinen Sandkasten für Kinder), füllen sie mit Erde auf und sähen normalen Rasen oder bestimmte Wiesengräser. Diese Wiese kann auch gut mit dem Katzenerker kombiniert werden.

Kiste und Kissen mit Heu: In jedem gut sortierten Fachhandel für Tierbedarf finden Sie aromatisch duftendes Heu für Nagetiere. Mit diesem Heu können Sie einen großen Karton oder ein Kissenbezug mit Reißverschluss füllen und schaffen Ihren Katzen eine wohlriechende und gerne angenommene Abwechslung.

Mitbringsel aus dem Wald: Aus dem Wald lassen sich viele kleine und größere spannende Dinge für die Wohnungskatzen mitbringen. Borke, Tannenzapfen, Kastanien, lange Gräser oder gar ein kleiner Baumstamm sind willkommene Mitbringsel, die Ihren Katzen Spiel, Spaß und Spannung bieten.

All diesen Punkten ist eines gemeinsam: die Abwechslung. Neben Ihrer Liebe und Aufmerksamkeit brauchen Wohnungskatzen vor allem immer wieder eine Spannung bringende Abwechslung und viel Action. Dafür sind Sie zuständig. Ihr Lohn sind rundum zufriedene und glückliche Wohnungskatzen.

Buchtipp zur artgerechten Wohnungshaltung

Sabine Schroll ist eine Tierärztin aus Wien, die sich unter anderem auf das Verhalten von Katzen spezialisiert hat. Sie hat inzwischen einige sehr interessante Bücher geschrieben, die beiden grundlegenden Basisbücher sind:

Sabine Schroll: Miez, Miez na komm! – Artgerechte Katzenhaltung in der Wohnung
Sabine Schroll: Aller guten Katzen sind…? – Der Mehrkatzen-Haushalt

Ich hab Frau Schroll vor einigen Jahren für eine andere Zeitung interviewt und war schwer von ihrer Persönlichkeit und ihrem Katzenwissen, sowie ihrer Leidenschaft beeindruckt.

 

(c) Katja Tuszynski 2010 – erschienen in der Zeitschrift Katzen Extra